Tote Sitemap-URLs finden und beheben
Ihre XML-Sitemap ist das offizielle Inhaltsverzeichnis Ihrer Website für Suchmaschinen. Stehen darin gelöschte Seiten, 404-Fehler oder Weiterleitungen, schicken Sie Google systematisch in Sackgassen — und signalisieren nebenbei, dass Ihr Verzeichnis nicht zu gebrauchen ist. So finden und beseitigen Sie tote Einträge.
Was sind tote Sitemap-URLs und wie entstehen sie?
Eine tote Sitemap-URL ist ein Eintrag, der nicht mehr mit Status 200 auf
eine indexierbare Seite zeigt: Die Adresse liefert einen 404-Fehler, leitet
weiter, ist per noindex ausgeschlossen oder führt auf eine
Fehlerseite. Die Sitemap verspricht Inhalt — die URL hält das Versprechen
nicht.
Solche Einträge entstehen fast immer auf einem dieser Wege:
- Gelöschte Inhalte: Produkte aus dem Sortiment, abgelaufene Aktionsseiten, entfernte Blog-Artikel.
- Umbenannte URLs: Nach einem Relaunch oder einer neuen Permalink-Struktur zeigen alte Einträge ins Leere.
- Statisch erzeugte Sitemaps: Die Datei wurde einmal generiert und nie aktualisiert.
- Plugin-Konflikte: Zwei SEO-Plugins erzeugen parallel Sitemaps mit unterschiedlichem Stand.
Besonders tückisch sind schleichende Fälle: Ein Shop stellt zehn Produkte
ein, das SEO-Plugin cached die alte Sitemap, und wochenlang meldet die
Search Console steigende 404-Zahlen, ohne dass jemand hinsieht. Oder ein
Umzug von http auf https beziehungsweise von
„ohne www" auf „mit www" hinterlässt eine Sitemap voller URLs, die alle
erst einmal weiterleiten. Beides fällt ohne aktive Prüfung kaum auf — die
Website funktioniert für Besucher ja weiterhin normal.
Warum schaden 404- und Redirect-URLs in der Sitemap?
Jeder tote Eintrag verschwendet Crawl-Budget: Google ruft eine URL ab und bekommt nichts Indexierbares zurück — Zeit, die für Ihre echten Seiten fehlt. Zusätzlich verliert die Sitemap als Signalquelle an Glaubwürdigkeit, wenn ein großer Teil ihrer Einträge ins Leere führt.
Google dokumentiert selbst, dass Sitemaps nur kanonische, indexierbare Ziel-URLs enthalten sollen. Für kleine Websites ist das Crawl-Budget selten der Engpass — hier wiegt schwerer, dass die Search Console mit Fehlermeldungen wie „Gesendete URL nicht gefunden (404)" vollläuft und echte Probleme in diesem Rauschen untergehen. Eine saubere Sitemap macht Ihre Indexierungs-Berichte erst aussagekräftig.
Wie finden Sie tote URLs in Ihrer Sitemap? (3 kostenlose Wege)
Sie brauchen kein Bezahl-Tool: Die Google Search Console zeigt Sitemap-Fehler direkt an, ein Desktop-Crawler prüft jede URL einzeln, und ein automatisierter Website-Check nimmt Ihnen die Handarbeit ab. Alle drei Wege führen zur gleichen Liste bereinigungsbedürftiger Einträge.
| Methode | So geht's | Geeignet für |
|---|---|---|
| Google Search Console | Bericht „Indexierung → Seiten": Filter „Gesendete URL nicht gefunden (404)" und „Seite mit Weiterleitung" | Alle, die die Domain verifiziert haben |
| Desktop-Crawler (z. B. Screaming Frog, gratis bis 500 URLs) | Modus „List", Sitemap-URL laden, Statuscodes aller Einträge prüfen | Einmalige Tiefenprüfung, technisch Interessierte |
| Automatisierter Check wie unser SEO-Check | Domain eingeben — Sitemap wird gefunden, abgerufen und auf tote Einträge geprüft | Schneller Überblick ohne Tool-Installation |
Sitemap bereinigen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Bereinigen heißt nicht nur löschen: Für jede tote URL entscheiden Sie, ob der Eintrag raus muss, durch das Weiterleitungsziel ersetzt wird oder ob in Wahrheit die Seite selbst repariert gehört. Gehen Sie die Fundliste in dieser Reihenfolge durch:
- 404-URLs mit Ersatz: Gibt es eine Nachfolgeseite? 301-Weiterleitung einrichten und in der Sitemap die neue URL eintragen.
- 404-URLs ohne Ersatz: Eintrag ersatzlos aus der Sitemap entfernen. Der 404 selbst ist in Ordnung — gelöschte Inhalte dürfen 404 (oder 410) liefern.
- Redirect-URLs: Durch die endgültige Ziel-URL ersetzen. In der Sitemap steht immer das Ende der Weiterleitungskette.
- noindex- und kanonisierte URLs: Entfernen — in die Sitemap gehören nur URLs, die indexiert werden sollen.
- Generierung reparieren: Bei CMS-Sitemaps (WordPress: Yoast, Rank Math) die automatische Generierung prüfen, statt die XML-Datei von Hand zu flicken — sonst ist der Fehler beim nächsten Update zurück.
Ein Wort zu Weiterleitungsketten: Wenn URL A auf B und B auf C
weiterleitet, tragen Sie in der Sitemap direkt C ein — und kürzen die
Kette idealerweise auch serverseitig, sodass A sofort auf C zeigt. Jede
zusätzliche Station kostet Ladezeit und Crawl-Aufwand. Und noch ein
Hinweis für WordPress-Nutzer: Die Standard-Sitemap liegt je nach Plugin
unter /sitemap.xml, /sitemap_index.xml oder
/wp-sitemap.xml. Prüfen Sie, welche Variante bei Ihnen aktiv
ist, und reichen Sie genau diese ein — nicht mehrere parallel.
Sitemap in der Search Console neu einreichen
Nach der Bereinigung reichen Sie die Sitemap in der Google Search Console unter „Indexierung → Sitemaps" erneut ein: Sitemap-URL eintragen, senden, fertig. Google liest die Datei daraufhin neu ein; der Bericht zeigt Datum des letzten Abrufs und die Zahl der gefundenen URLs.
Erwarten Sie keine Sofortwirkung: Die Fehlerberichte aktualisieren sich
erst, wenn Google die betroffenen URLs erneut gecrawlt hat — das kann
Tage bis Wochen dauern. Alte Fehlermeldungen zu bereits entfernten URLs
verschwinden nach und nach von selbst. Prüfen Sie außerdem, ob die
Sitemap:-Zeile in Ihrer robots.txt auf die richtige Adresse
zeigt — Details dazu im Ratgeber
Die 10 häufigsten robots.txt-Fehler.
So bleibt Ihre Sitemap dauerhaft sauber
Die nachhaltigste Lösung ist eine dynamisch generierte Sitemap, die Ihr CMS bei jeder Inhaltsänderung automatisch aktualisiert — dann können tote Einträge kaum noch entstehen. Ergänzend hilft eine feste Routine, damit Fehler nicht monatelang unbemerkt bleiben.
- Sitemap vom CMS oder SEO-Plugin erzeugen lassen, nie dauerhaft von Hand pflegen.
- Beim Löschen von Seiten sofort entscheiden: Weiterleitung oder bewusster 404.
- Nach jedem Relaunch die Sitemap komplett gegenprüfen — Umstellungen sind die häufigste Fehlerquelle.
- Quartalsweise die Search-Console-Berichte kontrollieren oder einen automatischen Re-Check nutzen.
- Nur eine Sitemap-Quelle betreiben: doppelte Sitemaps aus verschiedenen Plugins abschalten.
Übrigens lohnt der Blick über die Technik hinaus: Ob die Seiten in Ihrer Sitemap überhaupt auf die richtigen Suchbegriffe einzahlen, klären Sie mit unserem Ratgeber zur kostenlosen Keyword-Recherche.
Ein letzter Tipp: Verknüpfen Sie die Sitemap-Pflege mit einem Anlass, den Sie ohnehin nicht vergessen — etwa dem Monatsabschluss oder dem Newsletter-Versand. Fünf Minuten Blick in den Search-Console-Bericht reichen, um neue 404-Einträge früh zu erkennen, bevor sie sich zu Dutzenden ansammeln und die Aufräumaktion zur Tagesaufgabe wird.
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Häufige Fragen zu Sitemap-URLs
Wie viele URLs darf eine Sitemap enthalten?
Eine einzelne Sitemap-Datei darf maximal 50.000 URLs enthalten und unkomprimiert höchstens 50 MB groß sein. Wer mehr URLs hat, teilt sie auf mehrere Sitemaps auf und verweist mit einer Sitemap-Index-Datei darauf. Kleine Websites erreichen diese Grenzen praktisch nie.
Gehören Weiterleitungen in die Sitemap?
Nein. Die Sitemap soll nur die endgültigen Ziel-URLs enthalten — also die Adressen, die mit Status 200 antworten und indexiert werden sollen. Eine URL, die auf eine andere weiterleitet, ersetzen Sie in der Sitemap direkt durch ihr Weiterleitungsziel.
Wie oft sollte ich meine Sitemap prüfen?
Als Faustregel: nach jeder größeren Änderung an der Website (Relaunch, gelöschte Produkte, umbenannte Kategorien) und ansonsten etwa einmal pro Quartal. Shops mit häufig wechselndem Sortiment prüfen besser monatlich — oder nutzen einen automatischen Re-Check, der tote URLs von selbst meldet.
Was bedeutet der Status „Konnte nicht abgerufen werden"?
Die Google Search Console konnte die Sitemap-Datei selbst nicht laden. Häufige Ursachen: falsche URL beim Einreichen, die Datei liefert 404 oder einen Serverfehler, sie ist per robots.txt gesperrt, oder sie enthält ungültiges XML. Rufen Sie die Sitemap-URL im Browser auf — was dort nicht lädt, kann auch Google nicht lesen.