Ratgeber · Bilder-SEO

Alt-Texte richtig schreiben: So funktioniert Bilder-SEO

Alt-Texte sind eine der am häufigsten vernachlässigten Stellschrauben im SEO — dabei helfen sie gleich dreifach: Suchmaschinen, Menschen mit Screenreader und KI-Systemen, die Ihre Bilder sonst nicht verstehen.

Was ist ein Alt-Text und wo wird er eingetragen?

Der Alt-Text (Alternativtext) ist eine kurze Bildbeschreibung im HTML-Attribut alt des <img>-Elements. Er wird angezeigt, wenn ein Bild nicht lädt, von Screenreadern vorgelesen und von Suchmaschinen sowie KI-Crawlern ausgelesen. Im Quelltext sieht das so aus — sichtbar ist der Text für normale Besucher nicht:

<img src="teamfoto.jpg"
     alt="Das dreiköpfige Team der Tischlerei Weber vor der Werkstatt in Mainz">

In der Praxis müssen Sie dafür keinen Code anfassen: Jedes gängige Content-Management-System bietet beim Bild-Upload ein Feld „Alternativtext“ oder „Alt-Text“ an — dazu unten mehr. Wichtig ist nur, dass das Feld tatsächlich gefüllt wird: Ein leeres Feld bedeutet für Suchmaschinen, Screenreader und KI-Crawler schlicht, dass die Bildinformation fehlt.

Warum sind Alt-Texte für SEO, Barrierefreiheit und KI wichtig?

Alt-Texte erfüllen drei Aufgaben zugleich: Suchmaschinen verstehen dadurch, was ein Bild zeigt, und können es in der Bildersuche platzieren. Blinde und sehbehinderte Menschen bekommen den Text vom Screenreader vorgelesen. Und KI-Crawler, die Seiten meist als reinen Text verarbeiten, erhalten so überhaupt erst Zugang zur Bildinformation.

Im Einzelnen:

  • SEO: Der Alt-Text ist das wichtigste Textsignal für die Google-Bildersuche und hilft, den Kontext der Seite zu untermauern. Bilderklicks sind je nach Branche (Handwerk, Gastronomie, Produkte) ein eigener Besucherkanal.
  • Barrierefreiheit: Aussagekräftige Alternativtexte sind eine Grundanforderung der Web-Content-Accessibility-Richtlinien (WCAG). Sie machen Inhalte für Screenreader-Nutzer zugänglich — und Barrierefreiheit wird für immer mehr Unternehmen auch rechtlich relevant.
  • KI-Suche (GEO): Viele KI-Systeme werten primär Text aus. Ein Bild ohne Alt-Text ist für sie schlicht nicht vorhanden; mit Alt-Text wird es Teil Ihrer maschinenlesbaren Fakten. Das zahlt auch auf Ihre Vertrauenssignale ein — mehr dazu im Ratgeber E-E-A-T-Signale stärken.

Wie schreibt man einen guten Alt-Text? (Regeln und Beispiele)

Beschreiben Sie präzise und knapp, was auf dem Bild zu sehen ist — so, als würden Sie es jemandem am Telefon erklären. Nennen Sie das Wesentliche zuerst, lassen Sie Füllwörter wie „Bild von“ weg und schreiben Sie einen natürlichen Satz statt einer Stichwortkette. Meist reichen 5 bis 15 Wörter.

Die wichtigsten Regeln:

  • Konkret statt generisch: Ort, Personen, Tätigkeit oder Produkt benennen.
  • Kein „Bild zeigt …“ oder „Foto von …“ — dass es ein Bild ist, weiß der Screenreader selbst.
  • Kontext beachten: Dasselbe Foto kann je nach Seite einen anderen Alt-Text verdienen.
  • Bei Grafiken mit Aussage (Diagramme, Infografiken) die Kernaussage in den Alt-Text schreiben, Details in den Fließtext.
  • Keyword nur, wenn es das Bild ehrlich beschreibt.

Beispiele im Vergleich:

Gegenüberstellung schlechter und guter Alt-Texte
BildSchlechter Alt-TextGuter Alt-Text
Teamfoto auf der Über-uns-Seite alt="team" alt="Das fünfköpfige Team der Steuerkanzlei Meier im Büro in Köln"
Produktfoto im Shop alt="IMG_4032.jpg" alt="Brauner Ledergürtel mit silberner Schnalle, 3,5 cm breit"
Diagramm im Blogbeitrag alt="Diagramm" alt="Balkendiagramm: Der Anteil mobiler Zugriffe steigt von 2022 bis 2025 kontinuierlich"
Referenzfoto Handwerk alt="Dachdecker Dachsanierung Dach neu Dachfenster günstig" alt="Frisch eingedecktes Ziegeldach mit zwei neuen Dachfenstern an einem Einfamilienhaus"

Welche Bilder brauchen keinen Alt-Text?

Rein dekorative Bilder — Zierlinien, Hintergrundmuster, stimmungsgebende Symbolfotos ohne Informationswert — brauchen keinen beschreibenden Alt-Text. Sie erhalten ein leeres Attribut alt="", damit Screenreader sie überspringen, statt Dateinamen vorzulesen. Wichtig: leer ist nicht dasselbe wie fehlend — das Attribut muss vorhanden sein.

  • alt="" für Deko-Elemente und Layout-Grafiken.
  • Verlinkte Bilder (z. B. ein Logo, das zur Startseite führt) brauchen dagegen immer einen Alt-Text, der das Linkziel beschreibt: alt="Zur Startseite von Firma Meier".
  • Icons neben Text (etwa ein Telefon-Symbol vor der Nummer) sind meist dekorativ — alt="".

Häufige Fehler: Keyword-Stuffing und leere Attribute

Die zwei häufigsten Fehler in der Praxis:

  • Keyword-Stuffing: Alt-Texte wie „SEO Agentur Berlin SEO günstig SEO Beratung“ beschreiben kein Bild, sondern spammen. Screenreader-Nutzer werden damit belästigt, und Suchmaschinen werten solche Muster als Manipulationsversuch.
  • Fehlende oder nichtssagende Alt-Attribute: Bilder ganz ohne alt-Attribut, mit Dateinamen („DSC_0815.jpg“) oder Einwort-Texten („Bild“, „Logo“) verschenken das Potenzial komplett.

Dazu kommen zwei Missverständnisse: Der title-Zusatz eines Bildes ersetzt den Alt-Text nicht. Und die Bildunterschrift unter dem Foto ist ebenfalls kein Ersatz — sie richtet sich an alle Leser, der Alt-Text an die, die das Bild nicht sehen können.

Alt-Texte in WordPress, Shopify & Co. pflegen

In allen verbreiteten Systemen ist das Feld schnell gefunden:

  • WordPress: Mediathek → Bild anklicken → Feld „Alternativtext“. Beim Einfügen in Beiträge lässt sich der Text auch direkt im Block bearbeiten.
  • Shopify: Produktbild anklicken → „Alt-Text bearbeiten“ (bzw. „Alt text hinzufügen“).
  • Wix / Jimdo / Squarespace: Bild auswählen → in den Bildeinstellungen das Feld „Alt-Text“ ausfüllen.

Praktisches Vorgehen für den Bestand: erst die wichtigsten Seiten (Startseite, Leistungen, Top-Produkte), dann den Rest nach und nach. Ob auf Ihren Seiten Bilder ohne Alt-Attribut liegen, sehen Sie im Browser über „Seitenquelltext anzeigen“ — oder Sie prüfen es bequem in der Google Search Console in Kombination mit einem automatisierten Audit.

Zwei ergänzende Tipps, die sich beim Aufräumen gleich mit erledigen lassen: Vergeben Sie sprechende Dateinamen, bevor Sie Bilder hochladen — ziegeldach-sanierung-mainz.jpg sagt Suchmaschinen mehr als IMG_4032.jpg und lässt sich später nicht mehr ohne Weiteres ändern. Und achten Sie auf komprimierte Bildgrößen: Riesige Bilddateien bremsen die Ladezeit und damit genau die Seiten aus, die Sie gerade optimieren.

Für neue Inhalte lohnt sich eine feste Routine: Alt-Text direkt beim Upload eintragen, nicht „später nachpflegen“. Wer das Feld konsequent im Veröffentlichungs-Workflow verankert — etwa als fester Punkt auf der Checkliste vor dem Publizieren —, hat das Thema nach wenigen Wochen dauerhaft im Griff, ohne je wieder einen Großputz zu brauchen.

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Häufige Fragen zu Alt-Texten

Wie lang sollte ein Alt-Text sein?

So kurz wie möglich, so präzise wie nötig — in der Praxis meist 5 bis 15 Wörter, also etwa 50 bis 120 Zeichen. Ein vollständiger, natürlicher Satz ist ideal. Nur bei erklärungsbedürftigen Grafiken wie Diagrammen darf es länger werden; sehr umfangreiche Beschreibungen gehören dann besser in den Fließtext daneben.

Muss das Keyword im Alt-Text stehen?

Nein, es gibt keine Pflicht. Wenn das Keyword das Bild ehrlich beschreibt — etwa „Dachsanierung“ beim Foto einer Dachsanierung — dürfen Sie es selbstverständlich verwenden, und das hilft der Bildersuche. Ein Keyword in einen Alt-Text zu zwingen, das mit dem Bild nichts zu tun hat, schadet dagegen mehr, als es nützt.

Was ist der Unterschied zwischen Alt-Text und Bildunterschrift?

Der Alt-Text steckt unsichtbar im HTML und ersetzt das Bild, wenn es nicht gesehen werden kann — für Screenreader, Suchmaschinen und KI-Crawler. Die Bildunterschrift (Caption) steht sichtbar unter dem Bild und ergänzt es für alle Leser, etwa mit Einordnung oder Quellenangabe. Beide können nebeneinander existieren und sollten sich nicht wortgleich doppeln.

Kann ich Alt-Texte von einer KI generieren lassen?

Ja, moderne KI-Modelle mit Bilderkennung liefern brauchbare Entwürfe und sind gerade bei großen Bildbeständen eine echte Zeitersparnis. Prüfen Sie die Vorschläge aber immer nach: Die KI kennt weder Ihre Personen- und Ortsnamen noch den Kontext der Seite und darf weder falsche Details erfinden noch generisch bleiben. KI-Entwurf plus menschliche Korrektur ist der praxistaugliche Weg.